Jahreshauptversammlung auf Sylt: ein Sommerabend im KAI3 in Hörnum

Als ich ankomme, ist der beste Platz schon besetzt. Auf dem Terrassengeländer des KAI3 sitzt eine Möwe und schaut aufs Meer, als hätte sie für heute Abend gebucht. Ich lasse sie sitzen. Bis die ersten Gäste kommen, habe ich noch eine Stunde – und die nutze ich immer für die ersten Bilder: der eingedeckte Saal, die Sektgläser in Reih und Glied, die Champagnerkühler vor dem Horizont. Noch ist alles still. Gleich sind hier 70 Gäste, diverse Reden, zwei Verabschiedungen, fünf Gänge und ein Sonnenuntergang: Ein Versicherungsunternehmen aus Hamburg lässt seine Jahreshauptversammlung mit einem Abendessen im Hotel Budersand in Hörnum ausklingen, ganz am Südende von Sylt.

Warum ich diese stillen Bilder immer zuerst mache? Weil der Ort nie wieder so aufgeräumt aussieht wie jetzt. Und weil es genau die Bilder sind, die Sie in diesem Beitrag zu sehen bekommen – dazu komme ich noch.

Siebzig Leute, ein Gruppenbild

Dann treffen die Gäste ein, und bevor es zum Empfang auf die Terrasse geht, steht Punkt eins auf meiner Liste: das Gruppenbild mit allen. Siebzig Leute aufstellen, bevor der erste Sekt eingeschenkt ist – klingt nach Stress. Ist aber vor allem eine Frage der Ansage: freundlich und deutlich, zügig aufgestellt, ein kleiner Spruch, damit alle gleichzeitig lachen, zwei, drei Varianten. Fertig, bevor der Erste fragen kann, wie lange das denn dauert. Alle drauf, alle noch frisch – und ab auf die Terrasse, ein Glas in die Hand, aufs Meer schauen.

Der Abend gehört den Gästen

Ab jetzt werde ich unsichtbar. Empfang, Tische, die Gänge aus der Küche, die Reden – ich bin nah dran und falle nicht auf. Wie gut das klappt, erfahre ich später von meiner Ansprechpartnerin: Bei der ersten Rede habe sie eine kleine Schrecksekunde gehabt. Wo ist denn der Fotograf? Links geschaut, rechts geschaut – kein Fotograf. Sie fing innerlich schon an zu fiebern, bis sie mich im Augenwinkel entdeckte: direkt hinter ihr. Da stand ich schon eine ganze Weile, die Rede war längst im Kasten. Ich nehme das als Kompliment. Ein besseres gibt es in meinem Beruf eigentlich nicht.

Kurz vor der blauen Stunde

Nach dem Essen passiert das, worauf ich insgeheim immer ein bisschen hoffe. Draußen liegt das letzte Licht über der Nordsee, und ein Paar fragt vorsichtig, ob ich vielleicht noch ein Foto machen könnte. Klar kann ich. Dann kommt das nächste Paar. Dann noch eins. Und plötzlich steht am Geländer eine kleine Schlange bester Laune, hinter uns fängt das Haus an zu leuchten, und aus dem Ausklang wird ein spontanes Terrassen-Shooting. Leute, die sonst einen Bogen um jede Kamera machen, stehen lachend vor der Nordsee – solche Momente kann man nicht planen. Man kann nur da sein, wenn sie kommen. Eines dieser Porträts schafft es demnächst übrigens in eine juristische Fachpublikation. Damit hat an dem Abend niemand gerechnet. Die Porträtierte am allerwenigsten.

Warum Sie hier keine Gesichter sehen

Die komplette Reportage – Gruppenbild, Empfang, Abendessen, Porträts – bekommt der Kunde, für den internen Gebrauch. Öffentlich zeige ich von Firmenveranstaltungen grundsätzlich nur Bilder, auf denen niemand zu erkennen ist oder die an anderer Stelle öffentlich zu sehen sind. Für mich gehört das zum Auftrag: Persönlichkeitsrechte der Gäste, Vertraulichkeit, sauber geregelte Bildrechte. Nach innen alles, nach außen nur, was ausdrücklich vereinbart ist. Die Gäste merken das übrigens – wer weiß, dass nichts ungefragt im Netz landet, feiert unbeschwerter. Und das sieht man den Bildern an.

Abende wie dieser sind der Grund, warum Sylt zu meinen festen Standorten gehört. Wenn Sie eine Jahreshauptversammlung, eine Tagung oder ein Jubiläum auf der Insel planen: Als Eventfotograf auf Sylt begleite ich Ihre Veranstaltung gern – und Corporate Events überall dort, wo Ihr Unternehmen feiert. Erzählen Sie mir einfach von Ihrem Abend: degroot@fotograf-degroot.de

P.S. Die Möwe war zur blauen Stunde übrigens längst weg. Den schönsten Moment des Abends hat ausgerechnet sie verpasst.

Ein paar Tage nach dem Abend landet dann noch eine Mail in meinem Postfach: „Die Fotos sind wirklich großartig. Wir kommen sehr gerne wieder auf Dich zurück und empfehlen Dich auch gerne weiter." Besser kann so ein Sommerabend nicht ausklingen.

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