Die häufigsten Missgeschicke auf Hochzeiten – und warum sie dazugehören
Nach dem Plan-B-Prinzip aus Teil 2 heute die Praxis: die Missgeschicke, die ich auf Hochzeiten am häufigsten erlebe. Vorweg das Wichtigste: Keine Hochzeit ist perfekt – und das ist eine gute Nachricht. Es sind nämlich oft genau die kleinen Pannen, an die ihr euch nach Jahren noch erinnert. Und mit jeder Erinnerung an das Missgeschick kommen die schönen Momente des Tages gleich mit. Hier meine gefühlten Top 5 – mit dem jeweiligen Gegenmittel.
1. Die Musik bei der Trauung
Der unangefochtene Spitzenreiter: Auf gefühlt jeder dritten Hochzeit klemmt irgendwas mit der Musik. Die CD wurde vergessen, der USB-Stick wird nicht erkannt, der Pianist steht im Stau – oder die männlichen Gäste müssen erst ihre Technikkenntnisse demonstrieren und sämtliche Kabel umstecken. Mein Rat: Gebt die Musik einer verlässlichen Person, packt nur die Lieder in chronologischer Reihenfolge auf den Stick, die wirklich gespielt werden – und legt zur Sicherheit einen kleinen portablen Lautsprecher in den Kofferraum.
Kleiner Bonus: … und wenn ihr euern Hochzeitstanz zu einem bestimmten Lied durchchoreographiert, gibt dem DJ auch genau diese Version. ;)
2. Jemand tritt aufs Brautkleid
Es wäre ehrlich gesagt einfacher, die Hochzeiten aufzuzählen, auf denen das nicht passiert ist. Meist ist es der Bräutigam, manchmal ein übermotivierter Gratulant. Gegenmittel: eine Person auf der Feier, die mit Nadel und Faden umgehen kann und beides dabei hat.
3. Der Schleier-Klassiker
Kennt ihr aus Teil 1: Beim Gratulieren wird umarmt, beim Umarmen wandern die Hände auf und ab – und ziehen dabei zuverlässig am Schleier. Das tut erstens weh und lockert ihn zweitens so, dass er neu gesteckt werden muss. Habt jemanden dabei, der das kann – oder verschiebt das große Gratulieren auf die Feier.
4. Das Handy in der Trauung
Kommt selten vor, alle geben sich Mühe – aber moderne Handys haben Wecker, die sich auch im ausgeschalteten Zustand melden, und der Stummschalter entriegelt sich gern in der Hosentasche oder ist nur noch eine Taste. Meine Lieblingsgeschichte dazu: Bei einer Trauung im Lür-Kropp-Hof klingelte kurz vor dem Ja-Wort ein Handy – und weil der Besitzer Rammstein-Fan war, schallte ausgerechnet die Liedstelle „Ich will" durchs Trauzimmer. Riesige Lacher, perfektes Timing. Bis heute glaube ich fast, dass das kein Zufall war. Womit bewiesen wäre: Selbst dieses Missgeschick kann zur besten Anekdote des Tages werden.
5. Der abgelaufene Ausweis
Der Personalausweis führt bei vielen ein einsames Leben in der hintersten Ecke des Portemonnaies. Prüft vor dem Standesamtstermin, ob er noch gültig ist – das erspart euch einen sehr unromantischen Behördengang am Hochzeitsmorgen.
Bonus: der Brautstrauß.
Der wird gern mal irgendwo liegengelassen. Einfach eine Person zur offiziellen Strauß-Beauftragten ernennen. 😉
Trotz bester Planung wird irgendetwas schiefgehen – bei den einen mehr, bei den anderen weniger. Plant vor, was ihr vorplanen könnt, und nehmt den Rest als das, was er ist: die Geschichten, die ihr auf eurer Silberhochzeit erzählen werdet.
Nächstes Mal: Standesamt, Kirche oder freie Trauung – welche Art zu heiraten zu euch passt, und der Termin-Trick, den euch kein Standesamt verrät.